Psychotherapie


Ablauf einer Therapie

Nachdem Sie mit mir Kontakt aufgenommen haben, vereinbaren wir einen Termin für ein Erstgespräch. 

In dem Erstgespräch kann ich mir ein Bild von Ihrer Person, Ihrem Anliegen bzw. Ihren Schwierigkeiten machen. Dadurch lässt sich feststellen, ob eine Psychotherapie in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Die Sitzungen dauern zwischen 50 und 60 Minuten und finden in der Regel einmal pro Woche statt. 

Nach dem Erstgespräch folgt die probatorische Phase (vier weitere Sitzungen), in denen weitere Informationen über Ihre Probleme, Ihre Biografie, aber auch Ihre Stärken gesammelt werden. Dies ist notwendig, damit ich den umfangreichen „Antrag auf Kostenübernahme der Psychotherapie“ verfassen kann, der die Voraussetzung für die Kostenübernahme der Therapie durch die Krankenkasse ist. 
Weiterhin ist diese Phase vor der Therapie wichtig, um sich gegenseitig kennenzulernen und zu entscheiden, ob man gemeinsam miteinander arbeiten will. 

Nachdem die Krankenkasse die Übernahme der Kosten gestattet hat, beginnt die eigentliche therapeutische Phase. Diese umfasst bei der Verhaltenstherapie entweder 25 Stunden ( =Kurzzeittherapie) oder 60 Stunden (= Langzeittherapie). 

Falls notwendig, kann eine Fortführung der Verhaltenstherapie über 60 Stunden hinaus beantragt werden. 

Verhaltenstherapie


Die Therapie-Richtung, in der ich eine vertiefende Ausbildung absolviert habe, ist die Verhaltenstherapie. 
Sie basiert auf verschiedenen Theorien der Lerntheorie. 

Die Grundidee der Verhaltenstherapie ist: 
jegliches Verhalten wurde erlernt und kann somit auch wieder verlernt werden. 

Der erste Schritt in der Therapie besteht daher darin, zu verstehen, warum sich ein Mensch auf eine bestimmte Art und Weise verhält, und welche Vorteile, aber auch welche Nachteile dies mit sich bringt. 

Anschließend kann gemeinsam mit dem Therapeuten erarbeitet werden, welche Veränderungen er Schritt für Schritt unternehmen muss: wie er sein Verhalten und seine Sichtweisen modifizieren kann, um sein Erleben, seine Einstellungen und seine Gefühle in eine günstige Richtung zu verändern. 

Dies bedeutet, dass eine Verhaltenstherapie immer lösungsorientiert ist, und sich danach richtet, was Sie als Patient für sich als erstrebenswerten Zielzustand definieren. Die Rolle des Therapeuten besteht dann darin, mit Ihnen gemeinsam Hindernisse auf dem Weg zu dem Ziel zu identifizieren um anschließend mit dem Patienten gemeinsam diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Die Umsetzung der geplanten Änderungen findet anschließend oftmals auch in Eigenregie und somit zwischen den einzelnen Sitzungen statt. 

Wichtig ist, dass über die gesamte Therapie hinweg die Patientin / der Patient sehr transparent an dem Vorgehen beteiligt wird und nichts gegen seinen Willen geschieht. 
Im Gegenteil: je mehr Sie selber zum Experten für Ihre Probleme werden, umso mehr sind Sie auch nach Ablauf der Therapie dazu imstande, Ihr Leben so zu gestalten, wie Sie es wünschen. 

Und letztlich besteht darin das Ziel der Verhaltenstherapie: 
Den Menschen darin anzuleiten, sich über seine Denkweisen, seine Verhaltensweisen und seine Gefühle im Klaren zu werden, und diese zu beeinflussen, um insgesamt eine höhere Lebenszufriedenheit zu erlangen und nicht in alten, problematischen Verhaltens- und Denkmustern „gefangen“ zu sein.

Einsatzbereiche


Das psychotherapeutische Angebot meiner Praxis richtet sich an Erwachsene. 
Folgende psychische Probleme bzw. Beschwerden werden vor allem behandelt:

  • Depressionen und Burn-Out-Symptome: z. B. Niedergeschlagenheit, Antriebsprobleme, Lust- und Interesselosigkeit, Erschöpfung, Schlaf-, Entscheidungs- und Konzentrationsprobleme
  • Missbrauch von Alkohol und anderen Substanzen: übermäßiger Konsum von alkoholischen Getränken oder Substanzen durch den sich Einschränkungen im täglichen Leben ergeben, z. B. eine Gefährdung des Berufs oder Spannungen in der Partnerschaft
  • Soziale Ängste: Ängste, sich in Anwesenheit anderer zu blamieren oder sich peinlich zu verhalten sowie i. d. R. Vermeidung gefürchteter sozialer Situationen 
  • Phobien: z. B. Ängste vor Höhen, Menschenansammlungen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Autofahren oder Tieren sowie Vermeidung der aufgezählten Situationen 
  • Panikattacken: plötzliche auf körperliche Beschwerden bezogene Angst, die sich innerhalb kurzer Zeit bis zur Panik aufschaukelt und nach gewisser Zeit wieder zurückgeht
  • Generalisierte Ängste: übermäßige und anhaltende Sorgen beziehen sich auf viele Dinge
  • Zwänge: Zwangshandlungen wie z. B. Wasch- , Ordnungs- oder Kontrollzwänge oder Zwangsgedanken wie z. B. sich unangemessen zu verhalten
  • Essstörungen: Ängste zuzunehmen, übermäßiges Fasten, Essattacken, Erbrechen, Übergewicht, Binge-Eating-Disorder 
  • Probleme als Reaktion auf traumatische Erlebnisse: z. B. anhaltendes, sich aufdrängendes Wiedererleben, Vermeidung von Situationen die dem belastenden Erlebnis ähneln
  • Körperliche Erkrankungen mit psychologischen Begleit- und Folgeerscheinungen
  • Probleme mit der sexuellen Funktion: z. B. Erektionsprobleme, sexuelle Aversion oder Unlust, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Kostenübernahme


Die Kosten für eine Psychotherapie übernimmt in aller Regel die Krankenversicherung. 

Ich behandele gesetzlich Versicherte, privat Versicherte und Selbstzahler. 

Bei den Privaten Krankenkassen gibt es unterschiedliche vertragliche Regelungen für die Kostenübernahme. Es ist daher sinnvoll, sich vor Therapiebeginn bei der Krankenkasse zu erkundigen, wieviele Sitzungen diese übernehmen. 

Die Höhe des Honorars für Privatversicherte richtet sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). 

Dies gilt auch für Selbstzahler.

Therapiemethoden


Es gibt zahlreiche psychotherapeutische Therapieverfahren. 

Die Krankenkassen in Deutschland übernehmen nur Behandlungkosten der sogenannten „Richtlinienverfahren“. Nur diese gelten als „wissenschaftlich anerkannt“ und „wirtschaftlich“. Dazu gehören im Moment:

  • Verhaltenstherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • analytische Psychotherapie („Psychoanalyse“)


Zwar gelten auch die psychotherapeutischen Verfahren der Systemischen Therapie und der Gesprächstherapie für Erwachsene in Deutschland als wissenschaftlich anerkannt – allerdings sind sie bisher noch nicht als „erstattungsfähig“ eingestuft worden und können daher nicht mit den Gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Einige private Krankenkassen übernehmen auch die Kosten dieser Verfahren.